Podiumsdiskussion 2009

Ein Kindermuseum für Hannover!

Warum gibt es das noch nicht?
Macht DAS SINN?
 
Diskussionsveranstaltung anlässlich der aktuellen Ausstellung ›Vielfalt‹ im Freizeitheim Vahrenwald am 20. November 2009 um 19:00 Uhr.
 
Auch in der Region Hannover könnte ein Kindermuseum eine Zukunft haben. Ein bürgerschaftliches Engagement besteht seit 2000 mit dem Verein Zinnober - Ein Kindermuseum für Hannover e.V.
Gemeinsam mit dem Stadtteilzentrum / FZH Vahrenwald fragte Zinnober e.V. nach dem Pro und Contra:
 
WAS IST EIN KINDERMUSEUM? WAS IST DAS BESONDERE, WAS IST ANDERS? WIESO SIND INTERAKTIVE AUSSTELLUNGEN SINNVOLL? WELCHE THEMEN BIETEN SICH AN? BILDUNG FÜR KINDER AUF ALLEN GEBIETEN AUS NATURWISSENSCHAFT UND KULTUR - IST DAS MÖGLICH? WAS UND WIE LERNEN UND ERFAHREN KINDER FÜR IHR LEBEN UND IHRE ZUKUNFT?
 
 
Nach einem informativen Vortrag von Renate Dittscheidt-Bartolosch wurde die Diskussion durch Vanessa Krüger moderiert.
 
Renate Dittscheidt Bartolosch machte auf das Anliegen aufmerksam, ein ständiges Kindermuseum in der Region Hannover zu errichten.
 
Besonders aufschlussreich waren die Beiträge von Karen Hoffmann, die von den Anfängen des MACHMIT Museums in Berlin berichtete, das in einer „umgenutzten Kirche“ entstanden ist. Ihr Rat war, sich viele Verbündete zu suchen, auch in Politik und Wirtschaft, nach Möglichkeit auch namhafte Schirmherren/innen.
 
Yvonne Zein-Wilddboer und Renate Dittscheidt-Bartolosch haben deutlich gemacht, wie ein Kindermuseum in Hannover aussehen kann, welche Inhalte mit welchen Methoden bearbeitet werden könnten. Ausgehend von den Interessen der Kinder werden Ausstellungen konzipiert und Vermittlungsformen gefunden.
 
Hier sieht auch Regine Tuitjer, die auf eine 28-jährige berufliche Erfahrung am Niedersächsischen Landesmuseum Hannover zurückblickt, den Unterschied zwischen Kindermuseen und der museumspädagogischen Arbeit in Museen: Museen seien zum Einen an „Sparten gebunden“, zum Anderen am Interesse aller Bevölkerungsgruppen (vorrangig Erwachsene) ausgerichtet. Für Regine Tuitjer als Museumspädagogin und Mutter wäre ein ständiges Kindermuseum somit eine Bereicherung der Kulturlandschaft in Hannover. Eine Konkurrenz zu den Angeboten für Kinder und Familien der klassichen Museen sieht sie nicht.
 
Franziska Schmidt berichtet von den Erfahrungen mit dem mobilen Kindermuseum des Stadtteilzentrums / FZH Vahrenwald, in dessen fantasievolle „Szenarien“ (z.B. U-Boot) die Kinder voll eintauchen. Sie bedauert es, dass diese Aktionen immer nur zeitweise umgesetzt werden können. Weiter berichtet sie von Besucherzahlen und dem großen Interesse der Hannoveraner an den Mitmach- Ausstellungen für Kinder. Mit dem Kombiticket, das die Schülerinnen teilnehmender Schulklassen erhalten und das zu einem weiteren Besuch mit der Familie berechtigt, werden auch Kinder und Jugendliche aus „bildungsfernen“ Familien angesprochen, die sonst nicht das Museum besuchen würden. Von dem Ticket wurde rege Gebrauch gemacht.
 
Auch Ingo Siegner betont, wie wichtig die emotionale Ansprache für die Kinder ist. Aus seinen Erfahrungen bei Lesungen seiner Bücher in Schulen und Kindergärten berichtet er von den Fähigkeiten der Kinder, mit den Figuren der Bücher mit zufühlen und einzutauchen. Er sieht ein Kindermuseum in Hannover als Bereicherung für Kinder und stellt sich einen kreativen Ort vor, dem Kinder ihren besonderen Stempel / ihre Geschichte geben könnten.
 
Rückfragen aus dem Publikum kamen bezüglich der konkreten Planungen zum Kindermuseum. Dirk Addicks vom Diakonischen Werk, Stadtverband Hannover hat angemerkt, doch mutiger auf die Öffentlichkeit zu zugehen und Forderungen zu stellen, insbesondere aber auch Verbündete in der Politik zu suchen.
 
Zwischenspiel:

Das Programm wurde durch jazzige Musik am Flügel, gespielt vom Pianisten Roman Rofalski, begleitet. Zwei kleine Experimente vom Kindermuseum versetzten das Publikum in Erstaunen und sorgten für Erheiterung.